Erziehung des Tollers von Claudia Lees

Copyright by Claudia Lees

 

Liebe Tollerfans

In den ersten Wochen nach dem Einzug des Tollers, beginnt eine aufregende und anstrengende Phase! Da es immer viele Fragen gibt, welche erst nach Einzug der roten Raketen kommen, habe ich für euch ein Factsheet mit ein paar Antworten zusammen gestellt. Es sind vorallem meine eigenen Erfahrungen mit Yorik sowie die Erkenntnisse daraus, die ich euch ein bisschen aufzeigen möchte. Vor 4 Jahren war ich nämlich in der genau gleichen Situation wie ihr: ich war Ersthundehalterin und mein erster Hund ein Toller – die Aufregung war gross J.

 

Der Transport

Yorik ist damals mit mir auf dem Rücksitz, gesichtert mittels Geschirr und einem Sicherheitsgurt (https://www.meiko.ch/curli-auto-sicherheitsgurt-de-c7100-1.html) an meinem Sicherheitsgurt. Decken auf den Sitz und den Welpen entweder auf den Schoss oder nebendran lassen. Yorik wollte anfangs von mir gar nichts wissen und ist erst nach einer Stunde Fahrt auf meinen Schoss geklettert. Lennox z.B. lag von Anfang an auf Bennos Schoss und blieb auch da. So sind sie unterschiedlich.

 

Einzug zu Hause

Wenn ihr zu Hause angekommen seid, lasst die Welpen zuerst draussen versäubern, bevor ihr in die Wohnung geht. Behaltet sie dafür am Geschirr und einer längeren Leine, bietet ihnen ein Stück Wiese an, lasst sie schnüffeln und übt euch in Geduld. Wenn das Geschäft erledigt ist, tragt den Welpen in die Wohnung und lasst ihn sein neues Zuhause erkunden. Ich würde dazu den Bereich begrenzen. Also die Schlaf- und Kinderzimmertüren zu, Küche auch zu und im Wohnbereich oder eben dort wo euer hauptsächliches Leben stattfindet, setzt ihr den Welpen runter, lasst ihn einfach schnüfffeln und sein neues Zuhause erkunden. Setzt euch dazu auf den Boden, gebt ihm Zeit und geniesst das Welpenkino. Ich würde auch dort bereits vorher die grosse blaue Box aufstellen und offen lassen. Der Welpe kann so bereits ganz unbedarft und neugierig seine Welt inkl. der Box erkunden.

Wichtig: Alle Pflanzen unerreichbar in die Höhe oder ganz weg stellen. Schuhe ebenso und generell alles, was euch lieb und teuer ist. Ich garantiere euch, dass einfach alles, was nicht niet- und nagelfest ist, früher oder später im Schlund des Welpen landet.

Wenn ihr merkt, dass sich die erste Aufregung gelegt hat und der Welpe sich irgendwo niederlassen will zum schlafen, hebt ihn vorsichtig auf und legt ihn in die Box. Einen Moment warten, bis er wieder schläfrig wird und dann die Box zu machen. Bleibt etwas sitzen vor der Box, bis es schläft drinnen. Seid einfach da, aber redet nicht mit dem Welpen und falls er Terror macht, gelassen sitzen bleiben, die Hand an der Box, damit er euch riecht und abwarten. Geduld ist euer Freund, Konsequenz eure Versicherung!

 

Die ersten Tage

Für den Welpen ist es ein riesiger Schritt, den er jetzt macht. Er ist von jetzt auf gleich Alleinhund. Seine Geschwister, seine Bezugspersonen, sein Rudel – alles weg! Er kennt euch nicht und muss erstmal wieder eine neue Bindung aufbauen. Lasst ihm Zeit, sich daran zu gewöhnen und überschüttet ihn nicht tagtäglich mit Neuem, bevor er das Alte verarbeitet hat. Heisst im Klartext: haltet ihm die neugierigen Freunde und Verwandten erstmal vom Leib! Er wird euch ewig dankbar sein. Da habe ich z.B. mit Yorik den Fehler gemacht, dass ich ihm viel zu viel zugemutet habe. Am Tag nach seinem Einzug „musste“ ich an ein Familienfest und er natürlich mit. Er war in seinem Tragetuch bei mir und hat zwischendurch in einer stillen Ecke in seiner Box geschlafen. Natürlich hat er „überlebt“, aber ich würde mich heute nicht mehr drängen lassen und das Fest absagen. Im Nachhinein hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil es einfach viel zu viel war. Jeder hat ihn angetatscht, jeder wollte streicheln. Mir war unwohl und ihm noch viel mehr. Ich hätte mich nachher ohrfeigen können, dass ich ihn dem Tumult ausgesetzt habe.

Heute würde ich die erste Woche absolut niemanden an den Welpen lassen. Er soll seine neue Familie voll und ganz für sich haben. Danach können nach und nach Leute dazu kommen und ihn kennenlernen sowie er sie. Aber auch hier gestaffelt und in verträglichen Dosen. Lasst nicht alle den Welpen rumtragen und aufheben. Viel besser ist es, sich zusammen auf den Boden zu setzen und den Welpen selber kommen zu lassen.

 

Stubenreinheit

Eure Welpen sind ja schon sehr auf Sauberkeit getrimmt, das ist super! Trotzdem müssen sie die neuen Regeln kennenlernen. Ich empfehle, wie auch überall zu lesen ist, nach jedem spielen, essen und schlafen sofort raus zum versäubern. Ihr könnt ein Markerwort aufs versäubern legen. Ich habe damals bei jedem pinkeln zu Yorik „bisi“ gesagt und ganz doll gelobt. Er hat das gut aufgenommen und irgendwann aufs Kommando „bisi“ gepinkelt.

Beobachtet den Welpen, wenn er frei rumläuft. Sobald er etwas unruhig nach einem Platz sucht, aufheben und sofort raus. Meist ist dann ein Geschäft fällig.

Nachts war Yorik bei mir am Bett in einer Box. Man merkt so, wenn sie unruhig werden oder fiepsen. Dann sofort aufheben, wortlos raus und versäubern lassen, verhalten loben, aber sonst nicht reden oder richtig wach werden lassen, wieder in die Box setzten, Licht aus, weiterschlafen. Ich musste 3x nachts raus, dann hat Yorik durchgeschlafen von etwa 23 – 6 Uhr. Einfach abends vor dem schlafen gehen sicher nochmal raus und dann schauen was passiert nachts.

Ein kleiner Tipp noch: Yorik hat in den ersten beiden Nächten gehechelt wie verrückt in seiner Stoffbox mit Deckeli, Plüschhund und Gedöns. Es war September, also noch etwas wärmer als jetzt, aber nicht mehr heiss wie im Sommer. Eine hundeerfahrene Kollegin hat mir dann geraten, einfach mal alles rauszunehmen und siehe da, Yorik hat sich seelig hingelegt und geschlafen. Er lag also auf dem nackten, harten, kühlen Boxenboden und war glücklich. Ich habe dann gemerkt, dass er sowieso immer auf harten Böden liegt und dort auch Kühlung sucht. Es ist für uns ein schöner Anblick, wenn der Hund auf kuschligen, weichen Decken liegt. Vielleicht aber ist dem Welpen einfach wohler anders. Also lasst ihm die Möglichkeit und falls er nachts sehr gestresst ist, versucht dies einmal oder legt nur in einer Hälfte der Box eine Decke hin.

 

Spazieren

Im Allgemeinen gilt die 5-Minuten-Regel, also 5 Minuten pro Lebensmonat am Stück laufen, das wären im Moment 10 Minuten. Neuste Erkenntnisse kommen von dieser Regel eher etwas ab und man denkt heute auch z.B. an den Muskelaufbau und die koordinativen Fähigkeiten, die sich entwickeln müssen. Knochen und Gelenke brauchen Belastung und Bewegung, um sich gesund zu entwickeln. Ich denke, es ist ein Mittelding und auch etwas individuell, wie man diese Zeitregel anwenden sollte. Meine Erfahrungen und auch, was ich in der Zwischenzeit so alles gelesen habe, zeigen vorallem auf, dass spazieren eigentlich der falsche Ausdruck ist. Ich würde gar nicht mehr an spazieren denken beim Welpen sondern an erkunden. Es nützt dem Welpen herzlich wenig, wenn er 10 Minuten gelaufen ist, aber nie geschnüffelt hat (etwas plakativ gesagt). Der Toller ist ein Nasentier und schnüffeln seine Passion! Geht irgendwohin, wo der Welpe die Welt erkunden kann und bleibt in einem gewissen Umkreis, damit er dies auch tun kann. Er wird so genug laufen, wieder stehen bleiben, schnüffeln, kurze Sprints hinlegen. Kleine spielerische Abrufeinheiten verschaffen ihm genügend Bewegung. Natürlich soll auch mal eine Strecke gelaufen werden, keine Frage, aber ich würde auch hier mehr auf den Welpen und seine Verfassung als auf die Uhr schauen. Wenn er müde ist, wird er sich hinsetzen. Dann unbedingt tragen und nicht weiter laufen lassen. Ihr könnt, wenn der Welpe sich etwas eingelebt hat und ihr mal einen längerein Ausflug machen wollt, auch einen Tragesack oder entsprechenden Rucksack mitnehmen, wo der Welpe getragen werden kann für ein Stück. So kann er die Welt von oben begutachten, Eindrücke gewinnen und trotzdem seine Gelenke schonen. Zwischendurch immer mal ein Stückchen laufen lassen. Entwickelt ein Gespür für euren Hund und seine Möglichkeiten.

 

Spielen

Ein Welpe ist verspielt und würde dies ohne Ende tun, wenn ihr ihn lasst. Er soll auch spielen können, keine Frage, aber er muss lernen, dabei einige Regeln zu befolgen. Wichtigste Regel: das Spiel wird durch euch gestartet und durch euch beendet! Sonst habt ihr ganz schnell einen Terrorzwerg, der einfordert, was er haben möchte und das wird mühsam. Stellt bereits jetzt dieselben Regeln auf, die ihr auch beim erwachsenen Hund haben möchtet. Klar, Welpenspiele sind härzig und sie hüpfen so süss durch die Gegend und das knabbern an den Händen ist ja gar nicht so schlimm …. würdet ihr wollen, dass euer erwachsener Hund durch die Gegend hüpft, euch anspringt und an euren Händen knabbert? Nein, ich denke nicht. Also lasst es bereits jetzt nicht zu. Der Welpe soll was zum knabbern haben, bietet ihm das auch an, aber eure Hände sind kein Spielzeug und absolut tabu! Bietet ihm dafür ein kleines Zerrspiel an mit einem entsprechenden Spielzeug. Das kann auch einfach ein altes Frotteetuch, in der Mitte zu einem Knopf verknotet, sein. Da kann er rumzerren und toben damit, haltet es einfach etwas fest und los geht’s. Mal gewinnt ihr, mal gewinnt er. Freut euch, wenn ihr loslasst und er die Beute gewinnt. Er wird damit kurz wegrennen und wieder kommen. Beendet das Spiel, bevor er völlig durchdreht und tut das immer mit demselben Wort, z.b. „fertig“. Legt das Spielzeug unerreichbar weg, fahrt den Welpen runter, bisschen kuscheln, raus zum versäubern, in die Box, schlafen. Lasst nicht alle Spielzeuge rumliegen. Es ist eine Ressource, die ihr verwaltet.

Gaaaaanz wichtig: KEINE QUIETSCHIES, absolut gar nicht, niemals, never! Glaubt mir, ihr wollt nicht stundenlanges Gequietsche hören und der Toller fährt auf Gequietsche im höchsten Mass ab. Zudem dreht es ihn total auf und es kommt eine erschwerende Komponente dazu: Welpen, die zusammen spielen, quietschen. Sie quietschen, wenn der andere zu hart war und hier muss der Rüpel im Spiel aufhören, weil quietschen heisst: stop, es tut weh, hör auf! Wenn der Welpe nun lernt, ich kann das Ding da quietschen lassen bis zum umfallen und nix passiert, dann wird er auch nicht aufhören, zu attackieren, wenn ihr quietscht, weil er euch beisst in seinem Spielwahn.

Yorik bekommt heute als erwachsener Hund zwischendurch mal ein Spielzeug mit einem Quietschi drin und dann liegt er seelig da und quietscht drauf rum ohne Ende. Das lass ich ihm, weil er damit nicht mehr hochfährt, er ist kein Welpe mehr. Er kann aber heute noch vom Sofa aus dem Tiefschlaf aufspringen, wenn im Fernseher jemand quietscht. Da ist er von 0 auf 100 in 0.1 Sekunden.

 

Runterfahren

Die Box ist das Mittel der Wahl und das kennen die Welpen bereits. Auch hier eine super Vorarbeit bereits bei Mylena. Yorik hatte überall eine Box: im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, im Büro und eine für unterwegs. Ich habe auch eine Faltbox jeweils zu auswärtigen Sitzungen, die ich mind. 1x im Monat habe, mitgenommen und ihn da reingesteckt. Da er die Box von Anfang an gekannt hat und wusste, darin ist Ruhe angesagt, war das nie ein Problem. Falls der Welpe gar nicht zur Ruhe kommt, deckt die Box ab, damit der Reiz von aussen gleich Null ist.

Es kann sein, dass mal gequengelt wird bis hin zum lautstarken Terror. Aushalten! Denkt daran: Geduld ist euer Freund, Konsequent eure Versicherung! Die Versicherung dafür, dass euer Hund, wenn er gelernt hat sich innerhalb eurer Regeln zu bewegen, ein sehr freies und tolles Leben führen kann. Dass er es überhaupt lernen kann, dafür seid ihr verantwortlich.

Eine weitere Möglichkeit zum runterfahren, z.B. nach dem spielen ist, dass ihr den Welpen zu euch auf den Schoss nehmt, auch ruhig auf den Rücken auf eure Beine legt und so lange festhaltet, bis er sich „ergibt“, will heissen, bis er entspannt und sein Körper nicht mehr angespannt ist, er schläfrig wird und bestenfalls die Augen schliesst. Er wird es tun - der eine sofort, der andere etwas später. Wichtig ist, dass ihr erst loslasst, wenn er entspannt ist und ihn dann in die Box legt zum schlafen. Also nicht loslassen und wieder rumrennen lassen. Nehmt euch die Zeit dafür und ihr werdet sehen, dass es mit jedem Mal schneller geht. Es kann zu einem Ritual werden und wenn der Welpe es kennt, könnt ihr es auch mit einem Markerwort, z.B. „abefahre“ belegen.

 

Hundekontakte

Achtet auf qualitativ gute Hundekontakte. Der Welpe soll Hundekontakte haben, keine Frage, aber nur mit ausgesuchten Hunden. Lasst nicht zu, dass ungefragt fremde Hunde auf ihn zupreschen und lasst ihn das im Gegenzug auch nicht tun. Gerade erwachsene Hunde sind oft keine Fans von Welpen und sie sind ihnen zu aufdringlich. Auch mit anderen Welpen soll das Spiel kontrolliert sein und nicht in einer wilden Rauferei enden. Es gibt bereits unter den Kleinsten richtige Mobber.

Zum oft genannten Thema Welpenschutz: Es gibt keinen Welpenschutz! Dieser findet ausschliesslich im eigenen Rudel statt, sprich hat bei Mylena im Rudel stattgefunden. Fremde erwachsene Hunde schützen eure Welpen nicht, sie nehmen sie in den meisten Fällen ganz einfach nicht ernst und das wird oft als Welpenschutz betitelt. Verlasst euch nicht drauf, auch wenn euch die sogenannt erfahrenen Hundehalter, denen ihr zweifelsohne begegnen werdet, das weismachen wollen. Ihr allein seid für den Schutz eures Welpen verantwortlich und wenn ihr ein schlechtes Gefühl habt, dann hört darauf und setzt es durch.

Falls ihr eine Hundeschule besucht, achtet darauf, dass die Welpen auch dort nicht unkontrolliert einfach alle zusammen laufen gelassen werden während die Damen und Herren daneben ein Schwätzchen halten. Ein Trainer, der dies zulässt, ist kein Trainer! Natürlich können die Welpen mal alle zusammen frei laufen, aber dann muss ein Trainer sehr wachsam sein und z.B. Mobbereien sofort unterbinden können. Er soll euch erklären können, was grad passiert und warum die Welpen sich wie verhalten. Es ist äusserst spannend, Hunde in ihrer Interaktion beobachten zu können, aber die Führung durch den Menschen muss dabei stimmen.

 

Trainingseinheiten

Das ganze Leben ist Training! Bereits der neue Alltag wird ganz viel Training sein, das ihr vielleicht in dem Moment gar nicht als solches wahrnehmt. Man denke an die Stubenreinheit, das runterfahren, die Box, die neuen Tagesabläufe. Das ist für einen kleinen Welpen ein Monsterprogramm. Beschränkt euren Trainingsgedanken also nicht nur auf Hundeplatz und –schule oder den Rückruf. Das Training beginnt, sobald ihr den Welpen ins Auto packt und nach Hause fährt. Der Alltag mit seinen Regeln steht am Anfang ganz im Vordergrund als Trainings. Der Rückruf ist meiner Meinung nach das allerwichtigste, was der Hund lernen und beherrschen sollte. Ein sicherer Rückruf ist Freiheit pur! Nur einen Hund, der in schlussendlich jeder Situation abrufbar ist, hat ein freies Leben und kann irgendwann fast gänzlich ohne Leine laufen. Das fängt an mit dem Folgetrieb, den ihr nutzen könnt bis hin zum Abruf unter höchster Ablenkung. Zum Verständnis: Yorik ist heute mit 4 Jahren grundsätzlich sehr gut abrufbar. Jedoch macht eine davonrennende Katze alles zunichte, will heissen, er hat dann keinen Gehörgang mehr. Bleibt mir nur, die Katze vorher zu sehen. Wir üben auch immer noch … J ….

Falls ihr sportliche Ambitionen habt, macht euch Gedanken zur Gesundheit und in welchem Alter der Hundekörper dazu in der Lage ist. Nasenarbeit wie z.B. Mantrailing geht schon sehr früh, Yorik trainiert seit er 9 Monate alt ist regelmässig 1x die Woche Mantrailing, dazu mit der Zeit auch Wochenend- und Wochenseminare. Mit der Dummyarbeit habe ich erst mit ca. 2.5 Jahren so richtig begonnen. Man kann aber hier natürlich bereits viel früher gute Vorarbeit machen in Sachen Fussarbeit und Impulskontrolle. Das macht auch Sinn.

Alle Sportarten, die in die Höhe oder Weite gehen oder enge Wendungen beinhalten, sprich z.B. Agility oder Discdog, würde ich erst vollumfänglich nach 18 Monaten ausführen und vorher unbedingt HD und ED röntgen. Natürlich kann man sicherlich auch hier bereits vorher gewisse Vorarbeiten üben. Da kenne ich mich aber zu wenig aus, das müsst ihr einen entsprechenden Trainer fragen, wie der Aufbau funktionert.

Grundsätzlich sind alle Dinge, die ein Stop and Go mit hoher Geschwindigkeit beinhalten, sehr dosiert zu halten bis die Wachstumsfugen geschlossen sind. Man sagt bei einem mittleren Hund sind diese mit 12-14 Monaten geschlossen. Persönlich würde ich eher bis 18 Monate warten.

 

Persönliche Schlussgedanken

Alles klingt nach sehr viel und kann einem fast etwas Angst machen. In den einschlägigen Foren und auf sonstigen Hundeseiten im Internet kann man nachlesen, wie der perfekte Hundehalter zu sein hat und wie man Fehler vermeidet. Selbstverständlich sind die Hunde dort nur mit positiver Verstärkung und nach neusten Erkenntnissen der Lerntheorie ausgebildet worden und selbstverständlich haben die Hundehalter Nerven aus Stahl und eine Engelsgeduld, sind niemalsnie an ihre Grenzen gestossen und ihr Hund ist auch niemalsnie einfach zu andern Hunden gerannt und den Hundehalter mit abgesägten Hosen und peinlich berührt dastehen lassen.

„Ironie off“

Die schlechte Nachricht: ihr werdet Fehler machen! Die gute Nachricht: ihr dürft Fehler machen!

Wir sind Menschen und Menschen sind ebensowenig perfekt wie Hunde. Das Wichtige dabei ist, dass man nicht jahrelang dieselben Fehler macht. Es ist wichtig, die besten Absichten zu haben und sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Es ist wichtig, zu verstehen, wie der Hund tickt und wie man sich ihm verständlich machen kann. Ganz viele von diesen Dingen aber werdet ihr erst mit der Zeit erkennen und verstehen. Und ihr werdet vielleicht das eine oder andere Mal feststellen, dass ihr was falsch gemacht habt – super, ihr habt es festgestellt! Das ist der Gewinn und ihr könnt es nun anders machen. Man lernt nur aus Erfahrungen und die muss man erstmal sammeln. Natürlich werdet ihr, gerade als Ersthundehalter, von diversen Seiten diverse gute Ratschläge erhalten. Hört hin, nehmt vielleicht auch das eine oder andere mit und baut es ein, aber findet euren eigenen Weg. Springt nicht auf jeden Zug, der gerade vorbei fährt, auf sondern versucht euch zu fragen, warum gerade dieser Zug gut sein soll. So kann man mit der Zeit geradliniger und konstanter fahren. Heute hü und morgen hott und übermorgen wieder zurück, das ist für alle Beteiligten der pure Stress und führt ins Chaos.

Es ist ganz toll und schön, wenn man immer positiv verstärken kann und auch für mich ist es ein Ziel, so auszubilden. Ich orientiere mich gerne an der Lerntheorie. Aber, gerade bei Yorik z.B., sind manchmal auch klare und unmissverständliche Ansagen gefragt. Das nennt man dann gepflegten Zusammenschiss, der auch mal laut ist und unmissverständlich. Das darf sein und wird auch sein. Was nicht sein sollte ist, dass man nachtragend ist. Das versteht ein Hund nicht. Also ist die höchste Kunst, zwar vielleicht mal laut und klar zu sein, aber danach gleich wieder neutral.

 

 

Gerne gebe ich euch nachfolgend ein paar Links, die mir sehr weitergeholfen haben und wo ich noch heute gerne mal was nachlese:

 

Foren

www.doggies.ch                                      Allgemeines Hundeforum mit guter Führung, vielen wertvollen Tipps und auch guter Unterhaltung. Charlyn und ich sind dort bereits drin und Yorik’s Nachkommen haben einen eigenen Thread.

www.tollerforum.de                              Tollerspezifisches Forum mit ganz vielen Infos rund um den Toller. Leider seit geraumer Zeit wenig Aktivität, aber dafür einen grossen Pool an Themen zum nachlesen.

 

Rasseclubs

www.retriever.ch                                    Offizieller Rasseclub der Retriever. Auch hier Infos über die Retriever, Termine und Angebote.
Es gibt Regionalgruppen mit Angeboten in Sachen Wanderungen, Trainings und z.B. Vorträge. Ich selber bin im Vorstand der Regionalgruppe Ostschweiz.

www.tollerschweiz.ch                           Der Tollerclub der Schweiz. Auch hier gibt es verschiedene Angebote, die dann tollerspezifisch sind. Regionale regelmässige Spaziergänge (Yorik ist am 1. Freitag im Monat eigentlich meistens dabei an der Töss), der Arbeitstag sowie das Tollertreffen in Innertkirchen. Das Tollertreffen ist wirklich ein Highlight, wir waren bisher an jedem, seit ich Yorik habe. Auch der Arbeitstag in Aarau ist immer super, mit verschiedenen Workshops zum reinschnuppern.

 

Hundeschulen / Trainer

Region Zürich:

www.hundeschule-teamwork.ch     Hier war ich mit Yorik im Welpen- und Junghundekurs. Thomas Baumann hat sehr viel Ahnung von Hundeverhalten und kann das auch gut erklären. Es findet kontrolliertes Spielen statt.

www.hundeschuel.ch                            Ich kenne Sandra Roth nicht persönlich, weiss jedoch von diversen mir bekannten Leuten, die sie empfehlen. Sie hat selber einen Toller und weiss diesbezüglich natürlich bestens Bescheid.

www.gooddog.ch                                    Auch diese Hundeschule kenne ich nicht persönlich, werde aber hier ab Februar selber einen Kurs besuchen bei Manuela Keller (ebenfalls Tollerhalterin). Ich denke, auch hier wird nach neusten Erkenntnissen gearbeitet.

In den anderen Regionen kenne ich leider keine Hundeschulen und weiss auch nicht, wer überhaupt noch obligatorische Kurse machen muss.

 

 

 

Mantrailing:

www.mantrailingteam.ch                        Katharina Wild, unsere Mantrailing-Trainerin seit bald 4 Jahren.
Auf der Homepage sind nur Tagestrainings ausgeschrieben und keine Info zum sonstigen Training. Diese finden im Raum Winterthur – Kloten – ZH Oberland statt. Grundsätzlich ist sie gut ausgebucht, aber es gibt immer mal wieder freie Plätze. Wenn ihr irgendwann mal hier trainieren möchtet, meldet euch einfach bei ihr oder auch bei mir, dann kann ich den Kontakt machen. Man kann auch einfach mal zuschauen.

www.sam-dogs.ch                                      Mantrailing mit Standort GR. Zum reinschnuppern eignet sich der Welpen- und Junghundetag sehr gut. Ich habe hier begonnen mit trailen.

 

Dummyarbeit:

www.team-sein.at                                     Bei Tanja Bischof habe ich bereits einige Trainings gemacht. Sie trainiert auch in Maienfeld regelmässig. Falls jemand in die Dummyarbeit einsteigen möchte, kann hier bereits mit dem Welpen/Junghund begonnen werden mit dem korrekten Aufbau.
Sie ist eine tolle Trainerin mit viel Verständnis für Toller!

www.luckyretriever.ch                             Claudia von Känel kenne ich persönlich nicht, bekam aber auch schon die Empfehlung gerade für Toller.

www.retrieverarbeit.ch                           Ruth Brandenberg ist eine langjährige und erfahrene Dummyfrau.

Dazu gibt es natürlich eine ganze Anzahl guter TrainerInnen in Deutschland, die auch ab und zu Seminare in der Schweiz anbieten. Mir fallen hier vorallem Anja Fiedler und Tina Schnatz ein.

 

Sonstiges

www.susyutzinger.ch/SUST-Akademie        Falls es euch interessiert, kann ich euch die Vorträge – im nächsten Jahr leider nur als Webinare im Januar 2021– von Esther Schalke sehr ans Herz legen. Ich hab das Seminar „Ausdrucksverhalten Hund“ im letzten Jahr in Zürich besucht und es war extrem lehrreich, spannend und auch sehr unterhaltsam. Esther Schalke ist eine hervorragende Adresse in Sachen Hunde verstehen lernen.

www.hundeherz.ch/fachbeitrag/lerntheorie-wie-lernt-ein-hund-teil-1
Spannende Lektüre zum Thema Lerntheorie in 5 Teilen.

www.easy-dogs.net/pubertaet/          Schneller als man denkt ist sie da: die Pubertät! Dieser Artikel hat mir damals sehr geholfen, vieles zu verstehen und gelassener damit umzugehen, wenn Yorik so gar nicht mehr verstand, worums im Leben geht – also meiner Meinung nach J.


Bleibt mir, euch nochmal einen guten Start mit den Zwergen zu wünschen. Seid geduldig, auch mit euch und habt Freude am neuen Leben als Hundehalter. Es wird euch bereichern, überraschen, an die Grenzen bringen und glücklich machen!

 

Alles Liebe & herzliche Grüsse
Claudia & Yorik